Gewaltfreiheit

Gewaltfreiheit

Printed Book
Autor
Prof. Dr. Hamid Kasiri
Herausgeber
ILogos, Vienna & Qum
Sprache
Deutsch
Beschreibungen
Gewaltfreiheit: Seitenanzahl 937 / 1. Auflage / ISBN 978-3-99149-189-7 / E-ISBN 978-3-99149-190-3 (E-Book) / Erscheinungstermin 22.06.2026 / Höhe: 24,5 / Breite: 16 / Tiefe: 8 cm / Gewicht: 1500 gr. / Dateigröße 1201 kByte / €100.
€100,00

Diese Studie, als Niederschrift des Habilprojekts „gewaltfreie Hermeneutik“, will die grundlegenden Ansichten des Schia-Islam zum Thema Gewaltfreiheit darzustellen. Dabei werden Themen wie „gewaltfreie Hermeneutik“, „gewaltfreie Anschauung“, „Textrechte“, „gewaltfreier Dialog“, „gerechter Frieden“, „Religion und Gewaltfreiheit“ und „gewaltfreie Koranhermeneutik“, - die in unserem Zeitalter von besonderer Bedeutung sind,- beschrieben. Sie sollen dazu führen, einen „gerechten Frieden“ bzw. eine „gerechte Verteidigung“ zu etablieren, gewaltfreien Dialoge zwischen den Mitgliedern unterschiedlicher Kulturgemeinschaften zu ermöglichen und religionsübergreifende und sogar eine Transkulturelle Annäherungen - aus schiitischer Sicht - gewaltfrei zu bestärken.

Schia-Islam lehrt die Gewaltfreiheit, Gerechtigkeit und friedliches Zusammenleben. Wichtige Aspekte sind „gerechter Friede“ bzw. „gerechter Verteidigung“ und Barmherzigkeit. Der Koran betont die Bedeutung der Vermeidung von Konflikten und des friedlichen Zusammenlebens. Ziel ist es, Konflikte durch friedliche Mittel wie den gewaltfreien Dialog zu lösen.

Prof. Dr. Hamid Kasiri hat in seinen wissenschaftlichen Werken diese Inhalte behandelt und sie jahrelang unterrichtet.  „Gewaltfreie Hermeneutik“ ist eine Studienreihe und als Niederschrift seines Habilprojektes an der Universität Wien. „Gewaltfreie Hermeneutik“, will die grundlegenden Gesichtspunkte des Schia-Islam über Gewaltfreiheit darstellen. Es werden auch Wege gezeigt, die eine Basis für einen „gerechten Frieden“ sind und uns selbst zu einem guten mitmenschlichen Zusammenleben befähigen.

Das wäre ein großer Schritt gegen Gewalt! Wenn sich Schia-Islam, Gewaltfreiheit und Hermeneutik bündeln, geht eine Friedensbotschaft um die Welt.

Diese Studie möchte die schiitische bezüglich der Bewahrungsstellen und der Erfahrungsstätten der Gewaltfreiheit (und die Überlegungen dazu) in einigen Problembereichen und in jeweils einem eigenen Kapitel, nämlich:

  1. „Textrechte“,
  2. gewaltfreie Dialog,
  3. gerechte Friede,
  4. Religion und Gewaltfreiheit,
  5. Gewaltfreie Koranhermeneutik,
  6. Warum Zuflucht zur Gewalt,
  7. Die historisch-kritische Koranhermeneutik,
  8. Weltordnung und Gewaltfreiheit,

zu verdeutlichen. In jedem Kapitel und in jedem Buch werden die durch die „gewaltfreie Hermeneutik“ gewonnenen Einsichten und Ergebnisse weiter erweitert, systematisiert und vertieft. Alle Themen dieser Studie - wie auch alle islamischen Fächer - ergänzen sich wechselseitig und widersprechen sich nicht. Basierend auf der schiitischen Denkschule, weisen alle Bände dieser gewaltfreien Reihe einen mystischen Zug auf und sind vom spirituellen Geist durchdrungen. Schiitische Lehren gründen sich u.a. auf die Idee der Einheit des Wissens, die sie erfüllen, und denen es in islamischen Systemen keine Widersprüche, sondern nur verschiedene Ausdrucksformen einer und derselben Wahrheit geben kann.

In weiteren Kapiteln werden das gewaltfreie Denken im Hinblick auf die „Textreche“, den Dialog und das gerechte friedliche Leben aus schiitischer Perspektive kurz dargestellt. Es wurde auch an einer Systematisierung einer über Gewalt aufklärenden koransystematischen Hermeneutik (aus der der Sicht des Schia-Islam) gearbeitet. Nach der Erörterung der Grundlagen unseres gewaltfreien Lebens in der Welt, werden einige Probleme vorgestellt, mit denen sich die Menschheit heute auseinandersetzen muss, wenn sie friedlich weiterleben - bzw. überhaupt leben - will. Die Behandlung der genannten Themen und wirkungsvolle Aktionen sind nicht aus bloßer Neugier geschehen, sondern vor allem deshalb, weil:

  1. man sich einfach verpflichtet fühlte, eine aktuelle religiöse Verstehenslehre zu entwickeln.
  2. man davon überzeugt war, dass bei der Verkündigung der wahren Religion auch Klarheit über den Wert des gerechten Friedens und der Gewaltfreiheit herrschen muss.
  3. in den wissenschaftlichen Diskussionen über Gewaltfreiheit die schiitische gewaltfreie Theorie und Praxis - bzw. der schiitische Gewaltfreiheitsdiskurs - kaum bekannt waren.

Diese drei Motivationen gaben uns bei der Darstellung der Themen die Kraft, um:

  • verschiedene Akzente auf Probleme zu setzen, die unseren Alltag mitbestimmen.
  • nach Leuten zu suchen, die Durst nach Gewaltfreiheit haben.
  • den Durst nach Gewaltfreiheit (einigermaßen) zu stillen.
  • Sie als Normgrundlage des Lebens darzustellen und sie im Leben zu verankern.

Dazu benötigt man aber Geduld, Ausdauer, nachhaltige Gespräche und Forschungen, da unsere Studie sonst nicht verwirklicht worden wäre. So kann man die Ergebnisse dieser Studie als die Entwicklung und den Ausbau einer Theologie des gerechten Friedens und Theologie der gerechten Verteidigung vorstellen, die ausdrücklich und eindringlich die schiitisch begründete „gewaltfreie Hermeneutik“ erfahrbar macht, mit dem nachdrücklichen Hinweis darauf, dass diese Sicht und diese Prinzipien einen Teil einer jeden schiitischen „Theologie des Lebens“ darstellen. Ich hoffe, dass im Lichte dieser Studie das Thema des gewaltfreien Denkens des Schia-Islam ins klare wissenschaftliche und theologische Bewusstsein getreten ist. Das Thema ist so wichtig, dass man ohne Übertreibung sagen kann, dass es weithin das politische, soziale, philosophische und theologische Thema der Stunde ist. Darum darf es in großer Lebendigkeit und Anteilnahme behandelt und in einem oft leidenschaftlichen Pro und Kontra diskutiert werden. Um diese Ziele erreichen zu können, soll diese Lehre in zwei Praxisbereichen etabliert werden, nämlich in der Politik und in der Wirtschaft, was im folgenden Teil behandelt werden soll.